ich träume dass ich geleitet werde
mit verbundenen Augen mittels eines weissen Tuchs
führt man mich an eine Schwelle
die ein Tor ist
ich löse selbst das Tuch
und sehe Licht das sich bewegt und tanzt
ich tanze auch weil es so sein soll
und ich will
dann geh ich Hand in Hand
mit dir am Ufer unsres Sees entlang
das Schilf umschmeichelt uns während
wir uns innig küssen
und die helle rote Mondessichel spiegelt sich verkehrt im See
droben im Schloss sind Kerzenschein und Lachen
die Musik verstummt und alle gehen heim
doch wir drücken uns nur enger aneinander
wir spüren die Romantik
die Heimat ist und Hingezogensein zu einem Du
dann steh ich wieder an der Schwelle
die ein Tor ist
geh nicht sagt die Stimme
nicht bevor wir uns vertraut geworden sind
und unsre Herzen spiegeln Gott
© Silvia Dietl-Zeiner